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Berka v.d.H. Geschichtliche Entwicklung des Ortes Diesen Text vorlesen lassen

Diese Aufstellung ist nicht endgültig, es werden ständig Aktualisierungen eingearbeitet. Mit Genehmigung der Gemeindeverwaltung Berka vor dem Hainich.

 

Spätes Hochmittelalter 11. Jahrhundert

  • 1035 erste urkundliche Erwähnung Berkas: Kaiser Konrad II. über eignet das Gut Berka dem Kloster Fulda

Spätmittelalter 14. Jahrhundert

  • um 1300 erscheint Landgraf Friedrich III. als Besitzer
  • 1351 Der Landgraf versetzt die Dörfer Bischofroda und Berka an Hans und Herrmann von Creuzburg. Das Geschlecht hat fast 400 Jahre Besitz in Berka.

Neuzeit 16. Jahrhundert

  • um 1525 Herr von Doelens (aus Sachsen) hat bereits das untere Adelsgut besessen mit der Wüstung Ettenrode (bis 1654).
  • 1525 Berkaer Bauern nehmen am Bauernkrieg teil. Nach der Niederschlagung muss der Adelsort Berka 150 Gulden Strafgeld zahlen.
  • 1525 Berkaer Bauern nehmen am Bauernkrieg teil. Nach der Niederschlagung muss der Adelsort Berka 150 Gulden Strafgeld zahlen.
  • 1582, seit dieser Zeit sind die Namen der Schullehrer bekannt, hier muss es also auch eine Schule gegeben haben.

17. Jahrhundert

  • 1600 Dem ältesten Kirchenbuch ist zu entnehmen, dass um 1600 in Berka 10 Anspänner und 40 Hintersiedlerfamilien lebten. So kann die Einwohnerzahl folgendermaßen geschätzt werden:
    • 10 Anspännerfamilen mit Dienstboten: 100 Personen
    • 40 Hintersiedlerfamilien: 240/280 Personen
    • 2 Gutsbesitzerfamilien mit Gesinde: 50 Personen
    • ergibt eine Einwohnerzahl von 390 bis 430 Einwohner
  • 1616 beträgt die Zahl der Einwohner bereits 577.
  • 1618-1648 Während des Dreißigjährigen Krieges ziehen mordende und plündernde Kriegsbanden durch den Ort.
  • 1625 Berka wird von der Pest heimgesucht. 242 Menschen sterben, darunter 4 Schullehrer.
  • 1635 Berka wird erneut Opfer der Pest. 232 Menschen fallen ihr zum Opfer.
  • 1639 wird das Schloss wieder verwüstet und geplündert.
  • 1649 Friedrich Albrecht, der letzte Ritter von Creuzburg in Berka, findet nach seiner Rückkehr aus dem Kriege einen völlig zerrütteten Zustand seines Gutes vor. Verbrannt und verwüstet legt alles da. Er muss sich ein Bauernhaus und eine Scheuer kaufen und bei aller Schuldenlast ganz von vorne anfangen.
  • 1654 Zacharias Prüschenk von Lindenhofen, Oberaufseher und Landesdirektor in Eisenach. erwirbt das (untere) Gut der von Doelens.
  • 1681 sind beide Güter im Besitz der Prüschenks.
  • 1693 Der junge Herr von Prüschenk verkauft das ehemalige Creuzburger Gut (das hintere) an Melchior von Wangenheim. Es erscheinen danach 3 Lehnsträger: Die Hälfte des Dorfes gehört den von Wangenheims, denen von Prüschenks und denen von Creuzburgs.

18. Jahrhundert

  • 1757 kommt dieses hintere Gut an den Rittmeister von Polenz.
  • 1729 Eine Gemeindeverordnung regelt das Gemeindeleben. Sie ging aber verloren. Vollständig vorhanden ist dagegen die Gemeindebackordnung aus dem gleichen Jahr.
  • 1742 stirbt der Major von Creuzburg in Bischofroda und sein Lehnsanteil am Dorf Berka fällt dem Amt Creuzburg zu, so dass der Ort nun teils Adelsdorf und teils Amtsdorf ist.
  • 1752 Auf derselben Stelle, wo die alte Holzkirche stand, wird eine neue Kirche als Rokokobau errichtet (in vierjähriger Bauzeit - in Fronarbeit)
  • 1775 Das verschuldete hintere Gut des Rittmeisters von Polenz geht an Familie Streiber. der ersten bürgerlichen Familie, der im Fürstentum Eisenach der Kauf eines Rittergutes erlaubt wird. Sie ist kapitalkräftig und es gelingt ihr, den Nachkommen. die um
  • 1850 geadelt werden, das Ritterlehen schuldenfrei zu hinterlassen.
  • 1775 Das Gut der Prüschenks gerät in Sequestration (Zwangsversteigerung) und Herr von Bechtolsheim erwirbt es für den halben Preis, einschließlich der Branntweinbrennerei mit ausgedehnterViehmästung sowie den Langen Grund. Diesen lässt er 1786 als Schäferei und Vorwerk mit sämtlichen Wirtschaftsgebäuden ausbauen, auch die Wirtschaftsgebäude des Rittergutes werden größtenteils aufgebaut.
  • 1792 kauft General von Thüna dieses vordere Gut. Das Geschlecht hat fast 100 Jahre Besitz in Berka. Die Bewirtschaftung beider Güter erfolgt mit Beginn des 19. Jahrhunderts durch tüchtige Pächter und die Gesamtentwicklung der Güter verläuft gleichmäßiger als in den vorangegangenen Zeiten des fortwährenden Besitzerwechsels.

19. Jahrhundert

  • 1815-1817 herrschte große Hungersnot. Die Fruchtpreise waren sehr hoch.
  • 1839 -1872 Fast 120 Berkaer wandern nach Amerika aus.
  • 1821 werden im Herzogtum Sachsen-Weimar Gesetze zur Ablösung der Zwangsgesindedienste und der Hand und Spann fronen, auch ein Gesetz über die Regelung der Hut- und Triftgerechtigkeit erlassen, die aber nur sehr zögernd durchgeführt werden. In der Folgezeit kommt es zu vielen Rechtstreiten der Berkaer Bauern mit den Gutsbesitzern.
  • 1836 wird auf Kosten der Gemeinde für 800 Taler ein neues Orgelwerk durch den Orgelbauer Knauft aus Großtabarz in hiesiger Kirche eingebaut.
  • 1838 gibt es n Berka v.d.H. 114 Wohnhäuser, in denen 143 Familien mit insgesamt 648 Einwohnern leben, davon sind 143 Schulkinder.
  • 1840 wird Georg Kiem als Schultheiß gewählt. Über seine 10jährige Amtszeit sind die Protokolle vorhanden. Vor ihm war Car Zellmann Schutheiß, davor ist Conrad Hübschmann als Creuzburger Arntsschultheiß bekannt.
  • 1845 bemerkt man an den Kartoffeln allgemeine Trockenfäule, die in den folgenden Jahren wiederholt auftritt.
  • 1847 geht ein über viele Jahre geführter Rechtsstreit um das Recht der Bauern zur Schafhaltung zu Ende. Die Gemeinde muss alle Gerichtskosten tragen. Aber die Bauern erzwingen sich beim Gutsherrn Eichel- Streiber die Vereinbarung, 400 Schafe zu halten.
  • 1848 Die Ablösung feudaler Lasten und Dienste erfolgt nur schleppend. Erst 1856 wird sie in Berka vorgenommen. Noch bis 1879 müssen Einwohner auf den Grundstücken haftende Zinsen und Lehn zahlen
  • 1850 tritt eine neue Landgemeindeordnung im Herzogtum Sachsen-Weimar Eisenach in Kraft: Es bestehen 2 getrennte Gemeindebehörden: der Gemeindevorstand (Bürgermeister und Stellvertreter) und der Gemeinderat. Lorenz Daut wird der erste Bürgermeister Berkas. Er starb schon 1852. Sein Nachfolger wird für die nächsten 1 6 Jahre Valentin Harseim (Besitzer der Bäckerei)
  • 1850 gibt es erste amtliche Angaben über die Verbreitung des Gewerbes im Ort;
    • 67 Selbstständige:
      • 33 Anspänner,
      • 1 Bäcker,
      • 1 Lehrer,
      • 1 Förster,
      • 1 Tagwächter,
      • 5 Schuhmacher,
      • 3 Leineweber,
      • 3 Hufschmiede,
      • 4 Zimmerleute,
      • 2 Schreiner,
      • 2 Wagner,
      • 1 Maurermeister,
      • 4 Maurer,
      • 4 Tüncher,
      • 2 Getreidehändler
    • sowie 68 Unselbstständige:
      • 58 Tagelöhner,
      • 5 Knechte,
      • 3 Schäfer,
      • 2 Hirten.
    • 72,6% der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Aber auch die Handwerker führen als Nebengewerbe meist noch Landwirtschaft.
  • 1852 repariert die Gemeinde für ca. 900 Taler ihre Kirche anlässlich des 100 jährigen Bestehens.
  • 1861 hat Berka 799 Einwohner, darunter 141 Schulkinder.
  • 1861 wird südlich der Kirche ein ganz neues Schulgebäude auf Kosten der Gemeinde gebaut. Schullehrer Keidel, der seit 20 Jahren in Berka ist, erhält damit bessere Bedingungen.
  • 1864 wird der neue Friedhof im über dem Dorf gelegenen BeckschenGarten, den die Gemeinde für 500 Taler gekauft hat, feierlich eingeweiht.
  • 1869 beginnt man in Berka mit der Separation. 1887 liegt der Recess der Großherzoglichen Sächsischen Spezialkommision über die Zusammenlegung der Grundstücke und die Ablösung der Trift- und anderer Berechtigungen in der Flur vor. Aus diesen Unterlagen geht auch hervor, dass Friedrich Eduard von Eichel-Streiber Besitzer des früheren Thünaischen Rittergutes ist.
  • 1868 wird Valentin Kiem als Bürgermeister gewählt (bis 1886).
  • 1869/70 wird durch Umbau der alten Schule und Anbau eines Schulsaales die Voraussetzung geschaffen, dass ein zweiter Lehrer eingestellt werden kann; jedoch
  • 1872 wird erst ein zweiter Lehrer eingeführt. Die Schülerzahl beträgt 162.
  • 1876 wird beim Bäcker Adam Ziegenhardt das erste Brot gebacken. Damit gibt es neben dem Bäcker Harseim eine zweite Lohnbäckerei.
  • 1880/81 ist ein sehr harter Winter; schon am 24. Oktober liegt Schnee bei 8 Grad Kälte, und m Januar/ Februar werden oft minus 20 Grad gemessen.
  • 1886 wird August Langlotz als Bürgermeister gewählt (bis 1922).
  • 1893 ist ein schweres Notjahr an Viehfutter; für mehrere Tausend Mark müssen Stroh und Futtermittel gekauft werden.
  • 1895 Während der Amtszeit des Pfarrers Schneyer (1889-1898) werden eine Schwesternstation in Berka und ein Darlehnskassenverein gegründet, die mit großen Segen in den Gemeinden Berka v.d. H. und Bischofroda wirken.

20. Jahrhundert

  • 1901 lässt der Gutsherr von Eichel-Streiber ein eigenes Schwesternhaus erbauen.
  • 1910 Amtmann Friedrich Schüttler pachtet das Rittergut des Herrn Friedrich von Eichel Streiber.
  • 1911 kommt elektrisches Licht nach Berka.
  • 1914 - 1918 1. Weltkrieg: 31 Berkaer fallen, 3 bleiben vermisst, viele kommen verwundet und krank zurück.
  • 1918 Die Ortsaufsicht des Pfarrers über die Schule wird abgeschafft. Trotzdem erfolgt noch bis 1 926 von den Einwohnern und der Gemeinde die Reithaferzählung an den Pfarrer.
  • 1919 In der Zigarrenfabrik Bruns in Berka arbeiten ca. 40 Frauen.
  • 1919/20 Amtmann Schüttler stiftet den gefallenen Berkaer Bürgern des 1. Weltkrieges ein Kriegerdenkmal, das auf dem Anger aufgestellt wird.
  • 1922 kommt ein dritter Lehrer an die Schule, und es werden meist nur noch 2 bzw. 3 Schuljahre in einer Klasse unterrichtet. Aber noch über drei Jahrzehnte gibt es nur 2 Schulräume. (158 Schüler).
  • 1928 Alfred Binsack, der Schwiegersohn des Amtsmann Schüttler, wird alleiniger Pächter des Rittergutes. Schüttlers Familie zieht nach Eisenach.
  • 1929 nimmt die Gemeinde ein Darlehen von 3000 RM auf, um die neue Schule als Wohnhaus mit Lehrerwohnungen fertig zustellen.
  • 1929 - 1932 Weltwirtschaftskrise; auch viele Berkaer sind arbeitslos.
  • 1936 läuft die Pachtzeit für das Gut ab. Familie Binsack zieht mit Großvater Schüttler auf das in Eydra bei Leipzig gekaufte Gut. Das Berkaer Gut wird aufgelöst und das Land an die Bauern verpachtet.
  • 1939 - 1945 II. Weltkrieg: 53 Berkaer fallen, 20 bleiben vermisst, viele kommen krank und verwundet zurück, auch noch Ende der 40er Jahre nach entbehrungsreicher Gefangenschaft.
  • 1941 - 1946 wird von der Nationalsozialistischen Volkssolidarität auf dem Saal "Zur Post" ein Kindergarten eingerichtet, da viele Männer im Krieg sind und die Frauen die Hauptarbeit auf den Feldern leisten müssen; bis 1947 wurde dieser dann im Erdgeschoss des ehemaligen Gutshauses von der Gemeinde als Erntekindergarten weitergeführt.

Liste wird laufend vervollständigt.

 

Quelle:

Aus der Broschüre "Berka vor dem Hainich - ein geschichtlicher Überblick", herausgegeben zum 250. Jubiläum des Kirchweihfestes, Oktober 2002.

Herausgeber: Gemeindeverwaltung Berka vor dem Hainich

 



Autor: root -- 29.03.2010; 14:20:30 Uhr

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